... nicht verzweifeln - miteinander weitergehen:Mutige Lebensgeschichten

... ein besonderes Geschenk
Es gibt Schicksalsschläge, die die Luft zum Atmen nehmen und das Leben nicht nur verändern, sondern auf den Kopf stellen.
So erzählen wir hier die Geschichte von Inge aus Hirschaid, die im Oktober einen Schlaganfall und eine schwere Hirnblutung erlitt. Nach dem Klinikaufenthalt folgte die Reha, immer zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wochen später durfte Inge nach Hause. Die Lähmung der rechten Körperseite hatte sich gebessert, aber von einer Genesung und der vollen motorischen Funktionstüchtigkeit war Inge weit entfernt. Die rechte Hand, so berichtet sie selbst, macht immer noch nicht das, was sie soll, und sie ist bei vielen Tätigkeiten auf die Hilfe anderer angewiesen. Diese „anderen“ sind als verlässliche Stütze die Familie und die ambulante Pflege „Janine Niepel“, hier im besonderen Silke Zoike, die auch als ehrenamtliche Begleiterin im Hospizverein tätig ist. Durch ihre liebevolle Zuwendung ist eine zwar langsame, aber deutlich spürbare Verbesserung des Zustandes eingetreten.
Viele mögen mit diesem Schicksal hadern und sich ins eigene Elend zurückziehen. Nicht so Inge. Sie schreibt: „Andere haben schwerere Schicksale. Daher möchte ich etwas Gutes tun. Da ich gerne häkle und das eine gute Übung für meine Hand ist, spende ich Socken, die als Handpuppen dekoriert werden können!“
Und das blieb nicht nur ein leeres Versprechen, sondern Inge besorgte sich farbenfrohe Wolle und arbeitete los. Es entstanden sockenartige Häkelarbeiten, in die man die Hand stecken und wie mit Fingerpuppen agieren kann. Inzwischen ist schon ein ganzer Packen solcher bunter, fröhlicher „Handsocken“ entstanden und wird den jungen Menschen in der Hospiz- und Trauerarbeit für Kinder und Jugendliche bei Kreativideen Freude bereiten. Es sollen sogenannte „Strumpfkumpel“ entstehen, die bei schmerzlichen Erfahrungen hilfreich sein können, wie eine Art „Sorgenpuppe“.
Wir danken Inge für ihren Lebensmut und ihre positive Tatkraft, die anderen Freude bereitet, aber besonders auch für sie selbst Bestätigung ist, dass man mit Energie und Selbstvertrauen gegen einen Schicksalsschlag angehen kann, sich dadurch die Welt wieder etwas zum Positiven wendet und das Leben lebenswert ist, auch wenn es sich auf den Kopf gestellt hat.